Grenzgänger verdienen nicht nur dank höherer Schweizer Bruttogehälter mehr – auch der Wechselkurs zwischen Schweizer Franken und Euro spielt eine entscheidende Rolle. Dieser Artikel erklärt, warum der Franken so stark ist, wie sich Kursbewegungen auf dein Nettoeinkommen auswirken und was du konkret tun kannst, um Währungsverluste zu vermeiden.
Ein Grenzgänger mit 5 000 CHF Nettolohn pro Monat bekommt bei einem Wechselkurs von 1,05 EUR/CHF rund 5 250 EUR ausgezahlt, bei einem Kurs von 0,96 EUR/CHF nur 4 800 EUR. Das ist ein Unterschied von 450 EUR pro Monat oder 5 400 EUR pro Jahr – allein durch den Wechselkurs, ohne dass sich am Gehalt selbst etwas ändert. Über zehn Jahre gerechnet kann der Währungseffekt ein komplettes Jahresgehalt ausmachen.
Der Franken gilt weltweit als "sicherer Hafen". In Zeiten geopolitischer Unsicherheit, hoher Inflation oder instabiler Finanzmärkte fließt Kapital in die Schweiz – das treibt den Kurs nach oben. Hinzu kommt die solide Haushaltspolitik der Eidgenossenschaft, die traditionell niedrige Verschuldung und die Unabhängigkeit der Schweizerischen Nationalbank (SNB). Seit der Aufhebung des EUR/CHF-Mindestkurses von 1,20 im Januar 2015 hat der Franken strukturell an Wert gewonnen. Der langfristige Trend zeigt klar: Der Franken wird gegenüber dem Euro tendenziell stärker, nicht schwächer.